Waldsträßer Jubiläums-Crosslauf 2011 Drucken
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Geschrieben von: Klaus Kern   

Tatort: Wiesbaden 12.11.2011 (Fotos: Ulrich Scherbaum)

Letzter und doch glücklich und zufrieden im Ziel.

Der Einladung des TV Waldstaße zur zwanzigsten Austragung des Crosslaufs im Biebricher Schloßpark waren wieder einmal viele Sportler gefolgt. Die Südhessen waren wohl am stärksten vertreten. Starke Läuferfelder in allen Altersklassen waren zu erwarten.  Für mich auch wieder eine Gelegenheit zu einer Sprintbelastung, denn ich hatte für die 3000m Mittelstrecke gemeldet. Dazu hatte ich noch meinen persönlichen Fotografen Uli dabei, dem die folgenden Bilder zu verdanken sind.

Nun aber zum Wettkampf:

Crosslauf heißt ja eigentlich Matsch und Dreck zum abwinken. Da es aber die letzten Tage nicht geregnet hatte, war die Strecke im Biebricher Schloßpark eher hart und wellig. Dennoch waren selbstverständlich die Spikes angesagt. 6mm sollten für den gegebenen Unterrund reichen. Seit vier Jahren hatte ich die nicht mehr im Einsatz. Doch schon nach den ersten Metern warmlaufen war klar, das die Schuhe perfekt passen und auch meine Fußmuskulatur dem anderen Bewegunsgsablauf auf dem Vorfuß gewachsen sein wird. Soviel schon mal zur Theorie.

Die zweite Entscheidung war die der richtigen Kleidung. Ok, ich hatte mich ja zu Hause schon für die 3/4-Hose entschieden. Die Wahl auf das TGM Trägershirt fiel nach dem Einlaufen. Maximal Freiheit war wichtiger als vielleicht ein wenig frösteln vor dem Start.

Beim Einlaufen konnte ich den Frauen beim Wettkamf zuschauen. Dort drehte Simret Restle einsam und ungefährdet ihre Runden. Bei dem Bewegungsablauf machte es wirklich Freude zuzuschauen. So war dann auch die Zeit bis zu meinem Lauf nicht langweilig. Aber immerhin war genügend Zeit, dass sich die übliche Nevosität rechtzeitig einstellte. Am Start versammellten sich auch schon die Mitstreiter für den Lauf der Mittelstrecke. Ausgeschrieben war der Lauf für Männer ab Jahrgang 1991 und für A- und B-Jugendliche. Schnell wurde mir klar, dass ich der mit Abstand älteste im Feld war.

Es gab also nur eine Renntaktik für mich: nur nicht überrunden lassen..........

Der Startschuß fiel und schon raste die Meute los. Als letzter ging ich durch die erste Kurve und die Position konnte ich auch verteidigen. Mir war völlig klar, dass es gar keinen Sinn machte die Jungen vor mir in irgendeiner Weise einholen zu wollen. So konnte ich mich vollkommen auf mein Rennen konzentrieren und war auch für Uli perfekt präsentiert. Die Strecke kannte ich ja nur zu gut. Mit großen Schritten versuchte ich mein Tempo hoch zu halten. Die Rhythmusswechsel durch den Graben und die kleinen Hügel konnte ich in der ersten Runde sehr gut wegstecken. Die Spikes halfen bei den Gefällstücken, da ich mich dort voll fallen lassen konnte. Mit viel Beifall der zahlreichen Zuschauer ging es wieder am Startbereich vor. Schön, dass auch ich als letzter noch richtig angefeuert wurde.

Die beiden nächsten Runden waren dann schon eine richtige Herausforderung. Die Schritte wurden deutlich schwerer und ich musste schon mächtig Luft holen. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass mein Tempo nicht wesentlich nachgelassen hatte. Erholung gibt es eigentlich nicht während eines so kurzen Laufes. Dennoch gibt es eine etwas ruhigere Passage etwa auf der Hälfte der Runde. 100m, die richtig gut tun. So sehr ich ja vor jedem Wettkampf an mir zweifele, während eines Wettkampfes ist das alles vergessen. Im Gegensatz zum Wettkampf in Rüsselsheim hatte das mal wieder etwas mit Laufen zu tun.

Die letzte Runde war dann trotz der schweren Beine ein Genuß. Noch einmal wie eine Gazelle (schließlich hatte ich ja vorher Simret Restle zugeschaut) durch den Burggraben zu springen fiel mir gar nicht so schwer, wie in der zweiten Runde. Also sollten die kleinen Hügel auch kein Problem sein. Die Anfeuerung der kundigen Zuschauer an der Strecke halfen mir dann mit langen Schritten zum Ziel abzubiegen. Dort wartete auch wieder Uli mit seiner Kamera. Mit einem Dankeschön an die Veranstalter konnte ich einen schönen Wettkampf beschließen.

Mit der Zeit von 12:07min für die 3000m Strecke konnte ich auch voll zufrieden sein. Die Platzierung hatte ich ja schon am Anfang erwähnt: letzter.

Mit Zuversicht kann ich mich auch den 15km Lauf in Rüsselsheim und mein Marathontraining freuen. Aber erst geht es morgen früh zum ARQE-Lauf nach Kelkheim.

Vergessen darf ich natürlich nicht den vorzüglichen Kuchen zu erwähnen, der von den Aktiven des TV Waldstraße angeboten wurden. Vielen Dank für diese klasse Veranstaltung.

Euer Klaus